Porsche 356 Typ 540 Drucken E-Mail

 

Auf Grundlage des VW Käfer entstand 1947 der erste Prototyp von Porsche mit dem Namen „Porsche Nr. 1 Roadster“. Neben Getriebe und Bremsen wurde auch der luftgekühlte Mittelmotor des Zweisitzers von VW übernommen und optimiert. Aus diesem abgeleitet erschien 1948 der Porsche 356 mit heute typischem Heckmotorantrieb als erstes Serienmodell von Porsche. Während seiner siebzehnjährigen Bauzeit wurde der Porsche Typ 365 stetig verbessert und leistungsgesteigert, bis im April 1965 die Produktion der Baureihe nach 76.302 gefertigten Fahrzeugen eingestellt wurde. Das Vorserienmodell Porsche Nr. 1 Roadster steht heute im Zuffenhausener Porsche-Museum.



Modellgeschichte

  • 1948 Marktstart für den Porsche Typ 356 mit handgefertigter Aluminiumkarosserie
  • 1950 Einführung der Motoren 1100 sowie 1300
  • 1951 Ausweitung des Angebots um den 356 mit 1,3- und 1,5-Liter-Motoren
  • 1952 Windschutzscheibe wird einteilig, Heckleuchten werden rund, Kofferraum im Bug; Vorstellung des American Roadster (Typ 540) und des 356 1500er
  • 1954 Typ 540 Speedster neu im Programm; Scheibenwaschanlage serienmäßig
  • 1955 Neue Typenbezeichnung: Porsche 356 A
  • 1956 25-jähriges Jubiläum der Dr. Ing. h.c. F. Porsche GmbH; Produktionsbeginn für 356 A mit folgenden Motoren: 1300 (S), 1500 GS Carrera, 1600 (S)
  • 1957 1500 GS Garrera de Luxe und Carrera GT werden dem Motorenprogramm hinzugefügt
  • 1958 Speedster wird durch Convertible D abgelöst; Carrera de Luxe und GT bekommen 1600er Motor
  • 1959 Modellpflege 356 B wird den Kunden mit vier verschiedenen Motorisierungen angeboten
  • 1960 Belegschaft wächst auf 1.250 Mitarbeiter durch Übernahme von Reutter; Karmann produziert Hardtop mit festen Dach
  • 1961 vergrößerte Heckscheibe, großer Motordeckel mit zwei Luftgittern, Wischer stufenlos einstellbar, Innenspiegel abglendbar
  • 1962 Carrera 2 mit 2-Liter-Motor (130 PS) und Scheibenbremsen kommt auf den Markt; Produktion des Roadsters eingestellt; Kofferraum vergrößert
  • 1963 Porsche 356 C löst den optisch gleich aussehenden 356 B ab; Motorenangebot besteht aus 1600 C / CS sowie Carrera 2; Belegschaft wächst um rund 1.000 Mitarbeiter
  • 1964 Produktion für den Porsche 911 läuft parallel zu dem 356 an
  • 1965 Porsche 356 wird wegen Modellwechsels aus dem Sortiment genommen



Modelle

Der Porsche 356 wurde in mehreren Generationen hergestellt. Alle Varianten haben einen 4-Zylinder-Heckmotor und Hinterradantrieb. Highslide JS

 

Porsche 356 Alu (1948 - 1951)


Nachdem der Porsche Nr. 1 Roadster fertiggestellt wurde entstand auf dem Papier ein Zweisitzer-Sportwagen mit der Zeichnungsnummer 356.00.105. Um Stauraum bieten zu können wanderte der Mittelmotor des Nr. 1 nach hinten und wurde für das Serienmodell zum Heckmotor. Dadurch entstand hinter den Vordersitzen Platz für Notsitze oder Gepäck. Der erste Porsche-Motor ist ein optimierter luftgekühlter Vierzylinder VW mit 40 PS. Außen besitzt der Wagen eine zweigeteilte Windschutzscheibe, runde Blinker und rechteckige Heckleuchten. Auffallend sind die entgegen dem heutigen Standard nach links gerichteten Scheibenwischer. Im Innenraum erwarten Fahrer und Beifahrer eine durchgehende Sitzbank (Einzelsitze gesondert bestellbar) die mit Ausgleichskissen in der Höhe verstellbar ist. Die Instrumententafel beinhaltet ein Radio und eine Uhr. Daneben findet man ein Dreispeichenlenkrad in weiß. Da nach dem Krieg das Stuttgarter Porsche-Werk noch nicht freigegeben wurde begrenzte sich die Produktion in der provisorisch gemieteten Halle auf 52 handgefertigte Porsche mit Aluminium-Karosserie in zweieinhalb Jahren.

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Porsche 356 (1950 - 1955)

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Nachdem Porsche wieder Zugang zu ihrem Stuttgarter Werk hatte wurde die Fertigung des 356 als Ganzstahlausführung dort ab 1950 fortgeführt. In der Zwischenzeit wurde der Vertrieb durch berühmte Besitzer und sportliche Erfolge vorangetrieben (z.B. Sieg bei den „24 Stunden von Le Mans“ 1951). 1952 wurden die zwei durch einen Mittelsteg getrennten Gläser der Windschutzscheibe durch eine durchgehende Scheibe mit Knick ersetzt. 1953 wurden die ersten Porsche mit Wappen am Lenkrad ausgeliefert, da erst kurz zuvor das Porsche-Logo mit Stuttgart und Württemberg-Motiv nach Kundendrängen erstellt wurde.


Porsche 356 American Roadster (1952 - 1953)

Anfang 1952 veröffentlichte Porsche den ausschließlich für die USA bestimmten American Roadster der in Übersee unter dem Namen Speedster bekannt ist. Die Bodenplatte entspricht der des Cabriolets, die durch Verstärkungen höheren Beanspruchungen entgegentreten kann. Die Karosserie wurde aus Aluminium gefertigt und der Innenraum ohne Türverkleidung und mit Steckfenstern sehr sportlich gehalten. So wurde gegenüber dem Cabrio das Gewicht um 60 Kg reduziert und in Kombination mit dem 1,5-I-Motor eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h bei 70 PS erreicht. Von Frühjahr 1952 bis Ende 1953 wurden 17 American Roadster gebaut und ausgeliefert.

 

Porsche 356 Speedster (1954)

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1954 wurde der Speedster in die Produktlinie aufgenommen. Er ist ein aus dem American Roadster abgeleiteter offener Sportwagen mit flacher an den Seiten stark gerundete Windschutzscheibe und einem voll versenkbaren, niedrigem Verdeck. Die Türen haben Steckscheiben an Stelle der Kurbelfenster. Das Armaturenbrett wurde durch ein neues gepolstertes mit zwei großen sowie einem kleinem Instrument ersetzt. Schalensitze betonen den sportlichen Zweck des Modells, das wahlweise mit dem 1500- (55 PS) oder 1500-S-Motor (70 PS) geliefert wurde bei einem Grundpreis von 12.200,00 DM.
Bei der Typisierungsabnahme beim TÜV wurde bemängelt, dass bei offenem Verdeck auf den Notsitzen kein Platz für Personen, bei geschlossenem Verdeck die Notsitze für Personen über 1,60 Meter nicht nutzbar, sowie der Einstieg bei geschlossenem Verdeck sehr erschwert sei.


Porsche 356 A (1955 - 1959)

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Im Oktober 1955 stellt Porsche sein überarbeitetes Modell Porsche 356 A als Coupé, Cabriolet und Speedster vor. Äußerlich treten die Veränderungen durch eine gebogene einteilige Windschutzscheibe, geänderten Blinkern sowie vergoldeter Porsche-Embleme an Front und Heck auf. Im Innenraum befindet sich unter dem jetzt bezogenen Armaturenbrett mit drei großen Instrumenten ein Zigarettenanzünder mit Aschenbecher. Die Sitzbank wurde durch zwei verstellbare Einzelsitze sowie einer Notsitzbank im Fond ersetzt. Am Boden befindet sich jetzt eine Fußpumpe für die Betätigung der Scheibenwaschanlage. Die 356 A-Serie kam mit fünf Motoren an den Markt, die eine Leistung von 44 PS bei dem 1300 bis 100 PS bei dem 1500 GS „Carrera“ lieferten. 1958 wurde der Speedster durch den Convertible D (D für den Lieferanten Drauz) mit höhere Windschutzscheibe, größerer Heckscheibe, Kurbelfenster und gepolsterte Sitze abgelöst.

Sportversionen
1955 erschien mit dem 1500 GS, auch genannt Porsche Carrera (nach dem Rennen Carrera Panamericana) die erste Sportversion des 356 A mit 100 PS, der 1958 durch zwei 1600er ersetzt wurde. Bei den Carrera-Modellen wurde durch Leichtmetallhauben, Schalensitzen und weiteren Maßnahmen das Gewicht gegenüber den herkömmlichen Serienwagen reduziert.


Porsche 356 B (1959 - 1963)

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Mit der Bezeichnung Porsche 356 B wurd eine 1959 durchgeführte umfassende Modellpflege des Porsche Typ 356 benannt. Die Veränderungen zum A-Modell beziehen sich auf höher liegende Scheinwerfer und Stoßstangen, was zwei ovale Lufteinlässe in der Frontschürze für die Kühlung der neuen Trommelbremsen ermöglichte. Die Blinker in der Front bekamen eine neue Darstellung und der Rückfahrscheinwerfer im Heck sitzt unter der Stoßstange. Auf technischer Ebene entfernte sich der 356 weiter von der Volkswagen-Basis und ging weiter in Richtung eigener Porsche- sowie Lieferanten-Entwicklungen. Neben Komfortsteigerungsmaßnahmen wie bessere Sitze wurde serienmäßig eine beheizbare Heckscheibe eingeführt. Neben Coupé, Cabrio und Hardtop-Modell wurde der 356 B als Roadster mit Convertible-Technik angeboten. Dieses verglichen mit dem Cabriolet um 30 kg leichtere Fahrzeug besitzt neben den starken 1600-, 1600 S- sowie S-90-Motoren ein Armaturenbrett, dass dem sportlichen Zweck passend umgestaltet wurde.

 

Sportversionen des B-Modells


Porsche 356 Carrera GTL-Abarth / 1600 Carrera GT (1960)

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Das Carrera-Coupé entspricht technisch der Modellreihe 356 B mit 115 PS bei 1588 cm³ Hubraum. Die Karosserie des GTL wurde von Abarth abgeflacht und verlängert, um einen geringeren Luftwiderstand zu besitzen. Durch Verzicht auf nicht notwendige Interieur-Teile wurde das Gewicht um 140 kg gegenüber dem Serienmodell eingespart. Die Fertigung des GTL-Abarth wurde auf 20 Einheiten begrenzt.

356 2000 GS Carrera 2 (1961)

Der als Coupé und Cabriolet ausgeführte Carrera 2 ist durch einen 1966 cm³-Liter Hubraum mit 130 PS und Scheibenbremsen das Spitzenmodell der 356er Baureihe. In der Basisausstattung betrug der Grundpreis 23.700 DM. Für 3000 DM mehr konnte man ab 1962 die Sport-Variante 2000 GS-GT mit Leichtmetall-Türen sowie Plexiglasscheiben (außer Windschutzscheibe) erwerben. Diese Version mit hochgeschwindigkeitsoptimierter Karosserie ist angelegt auf den Rennwagen für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Auf Rücksitze wurde verzichtet, dafür wurde der 50-Liter-Tank auf 110 Liter vergrößert.


Porsche 356 C (1963 - 1965)

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Äußerlich unterscheidet sich der Porsche 356 C der vorherigen Darstellung des Porsche 356 B ausschließlich dadurch, dass das C-Modell neue Radkappen und Felgen mit kleinerem Lochkranz besitzt. Bedingt ist diese Änderung durch die serienmäßige Einführung von Scheibenbremsen an allen vier Rädern für alle Karosserietypen. Im Innenraum beinhaltet die Modellpflege Recaro-Sitze und eine veränderte Anordnung für die Schalter der Scheibenwischer, des Lichts sowie des Zigarettenanzünders. Im Coupé wurde eine Leselampe für den Beifahrer eingeführt und die Heizung wird seitdem statt mittels Drehgriff durch einen Hebel bedient. Das Cabrio-Verdeck erhielt einen Reißverschluss für das Heckfenster und der Roadster wurde aus dem Programm genommen. Das Motorenangebot wurde ebenfalls gekürzt. So wurden der 1600, 1600 S und S 90 durch die Motoren 1600 C (75 PS) und 1600 SC (95 PS) ersetzt und das 60-PS-Einstiegsmodell („Dame“ genannt) aus der Produktion genommen. Der 356 C wurde zeitgleich mit dem neu eingeführten Porsche 911 angeboten, bis 1965 der Porsche 912 den 356 nach 17-jähriger Produktion mit 76.302 Sportwagen ablöste.

Sportversionen des C-Modells
356 Carrera 2 (Coupé und Cabrio): Der Carrera 2 wurde unverändert weitergebaut.
1600 CS Für den Rallye- oder Renneinsatz des 1600 CS bietet Porsche u. a. wahlweise einen 70- oder 90-Liter-Tank an, Überrollbügel, Unterschutz für Motor und Getriebe, Heckfenster aus Plexiglas sowie Schalensitze an.


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Mängelliste

  • Rost
  • Verschleiss bei Getriebeteilen
  • zu hohe Öltemperatur

 

Alternative Fahrzeuge

BMW 507

 


Vorgänger

-



Nachfolger

Porsche 912


 


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Porsche_356

J. Barth, G. Büsing: Das neue große Buch der Porsche Typen - Band 1; 2005; ISBN 3-613-02438-1


Mehr Infos finden Sie bei:

Porsche356service.de - Reparatur und Ersatzteilservice für Porsche 356 Fahrzeuge von 1948 bis 1965

Porsche356ig.de - Über 30 Jahre alte Interessengemeinschaft mit Ziel: Erfahrungsaustausch, gegenseitige Hilfe sowie Anleitung zur Restauration

classic-parts.com - Vertrieb von Porsche 356 Ersatzteilen

 
by autoaid.de